2 Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court – Probeläufe 2026 bei Prager Dreifuss | Prager Dreifuss
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Thema: Corporate News
Lesezeit: 4 Min
14.04.2026

Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court – Probeläufe 2026 bei Prager Dreifuss

Am 3. und 4. März 2026 veranstaltete Prager Dreifuss erneut seine traditionellen Moot Court-Probeläufe zur Vorbereitung auf die diesjährigen internationalen Willem C. Vis Moot Court-Wettbewerbe in Wien und Hongkong.

In Fortsetzung einer langjährigen Tradition empfing die Kanzlei vier Universitätsteams – zwei pro Abend –, um ihnen zu ermöglichen, ihre Fähigkeiten als Prozessanwälte vor einem Schiedsgericht, das sich aus den Prager Dreifuss-Anwälten Gion Jegher, Bernhard Lauterburg und dem Vorsitzenden Marcel Frey zusammensetzte, sowie vor einem begeisterten Publikum aus Kollegen, Alumni und Gästen zu testen. Die Veranstaltung bot den Studenten eine ideale Gelegenheit, reale Prozessführung in einem professionellen Schiedsgerichtsverfahren zu erleben.

Probelauf am 3. März 2026
Am ersten Abend trafen die Teams der Universitäten Bern und Zürich in einer lebhaften Schiedsgerichtsverhandlung aufeinander. Der Fall betraf den internationalen Handel mit der seltenen und begehrten Vanilleorchidee – einer Pflanze, die sowohl wegen ihrer kosmetischen und Lebensmitteleigenschaften geschätzt wird und daher auch in ihrer Art gefährdet ist.

Die Universität Bern vertrat die Klägerin, Orchis Worldwide Ltd., die von der Beklagten, Darwin Natural Foods plc., vertreten durch die Universität Zürich, Schadenersatz in Höhe von 3,3 Millionen US-Dollar forderte. Die zentrale Frage war, ob die Beklagte von der Kaufpreiszahlung befreit war, nachdem die Vanilleorchidee in den Anhang I des CITES-Übereinkommens aufgenommen worden war, wodurch ihr kommerzieller Handel effektiv verboten wurde.

Mehrere Verfahrensfragen verschärften die Debatte, darunter die Frage, welche Fassung der Regeln des Singapore International Arbitration Centre (SIAC) anzuwenden sei und ob die Prozessfinanzierungsvereinbarungen der Klägerin offengelegt werden müssten. Frau Ilayda Memis (Bern) und Frau Melanie Järmann (Zürich) lieferten gut strukturierte Argumente zu diesen Verfahrensfragen, während Frau Leila Suter (Zürich) und Herr Antoine Vermeulen (Bern) das Schiedsgericht mit ihrem lebhaften Austausch über die Begründetheit der Klage beeindruckten.

Nach ausführlichem Feedback lobte das Schiedsgericht beide Teams für ihre überzeugenden Präsentationen und ihre analytische Tiefe. Der Abend endete mit informellen Gesprächen bei einem Aperitif, bei denen die Teilnehmenden und Gastgeber Erfahrungen austauschen und auf den weiteren Erfolg aller Teams anstossen konnten.

Probelauf am 4. März 2026
Am folgenden Abend betraten die Teams der Universitäten St. Gallen und Basel die Bühne. St. Gallen vertrat die Beklagte, Darwin Natural Foods plc., während Basel für die Klägerin, Orchis Worldwide Ltd in den Wettkampf trat.

Herr Benjamin Bratschi (St. Gallen) eröffnete mit einem überzeugenden Plädoyer zu den anwendbaren Schiedsregeln und der Offenlegung von Drittfinanzierungen, während Frau Kim Resech (Basel) im Namen der Klägerin eine besonnene Gegenargumentation vorbrachte und sich sowohl gegen die Anwendung der SIAC-Regeln von 2025 als auch gegen die Offenlegung von Finanzierungsvereinbarungen aussprach.

In der Sache präsentierte Robin Sambou (Basel) in ruhiger und besonnener Weise ein fundiertes Plädoyer dar, wonach sich die Beklagte nicht auf die staatlichen Massnahmen berufen könne, um sich der Zahlung zu entziehen, und argumentierte, sein Mandant habe Anspruch auf Schadenersatz in Höhe von USD 3.3 Millionen. Frau Seraina Rorbach (St. Gallen) rundete das Verfahren mit einem klaren und überzeugenden Parteivortrag ab, in dem sie die Position ihrer Mandantin zu den unabwendbaren Umständen verteidigte und die Schadensberechnung der Klägerin in Frage stellte.

Erneut lobte das Gericht die Studierenden für ihre Vorbereitung, ihre Teamarbeit und ihre Fähigkeiten als Anwälte. Der Abend klang mit kleinen Erfrischungen und einem regen Austausch zwischen den Studierenden und den Fachleuten von Prager Dreifuss aus – ein inspirierender Abschluss zweier Abende mit beeindruckend geschickten Plädoyers und kollegialen Diskussionen.